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Weinsuche:

                   

 

Schweiz

ein Goldfisch im europäischen Weinsee

Ein Goldfisch inmitten eines riesigen europäischen Weinsees - dieses Bild spiegelt die Bedeutung des Weinlandes Schweiz wider. Deren Anteil an der Rebfläche Europas ist bescheiden, knapp zwei Promille.

So klein der helvetische Rebgarten auch sein mag, so vielfältig ist er in seiner Ausgestaltung.

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Als Folge der starken topografischen Gliederung und der unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen gedeihen vielerorts Reben, wo wir sie nie erwarten würden. So reichen diese nördlich der Alpen bis zu 600, südlich bis zu 700 Metern über Meer hinauf. Bei Visperterminen im inneralpinen Wallis finden wir auf über 1000 Metern gar den höchstgelegenen Europas.

So reizvoll und vielfältig wie die Reblandschaft sind auch die Weintypen. Das mag auf den ersten Blick erstaunen. Von den 35 angebauten Sorten belegen nämlich deren 5 nahezu 90 Prozent der Gesamtfläche. Es sind dies die weissen Gutedel und Riesling x Sylvaner (Müller-Thurgau) sowie die roten Blauburgunder, Gamay und Merlot. Ein einziges Gewächs, der Chasselas, macht allein schon mehr als die Hälfte aller Rebstöcke aus. Gerade er ergibt je nach Herkunft allerdings ganz unterschiedliche Weine, spricht er doch sehr empfindlich auf die jeweilige Bodenart an, von denen es in der Schweiz viele gibt. Das Wallis ist das bedeutendste Weinbaugebiet der Schweiz.

Klima, Topographie und Bewässerungsmöglichkeiten liessen das Sonnental Wallis unaufhaltsam zum grössten Weinbaugebiet der Schweiz werden. Ungefähr 5400 Hektaren Rebberge stehen heute im Wallis im Ertrag, verteilt auf Steilhänge, flache Tallagen und die die (angeblich) höchstgelegenen Rebparzellen Europas. Jährlich werden im Wallis durchschnittlich gegen 500'000 Hektoliter Wein gekeltert, etwa 53 Prozent Weisswein und 47 Prozent Rotwein. Der Kanton gilt für Schweizer Verhältnisse als Massenanbaugebiet. Der weisse Fendant und der rote Dôle sind die verbreitesten einheimischen AOC-Weine - und die einzigen Schweizer Weine, die in grösserem Umfang exportiert werden.

Bei den roten Trauben herrscht der Pinot Noir oder Blauburgunder vor. Seine Anbauschwerpunkte liegen zwischen Sion und Visp. Im Unterwallis, zwischen Sion und Martigny, überwiegt die rote Beaujolais-Sorte Gamay. Der bekannteste Walliser Rote, der Dôle, wird aus einer Mischung von Pinot Noir und Gamay bereitet. Aus einem kleinen Teil der Pinot-Noir-Ernte wird ein Rosé bereitet, der Oeil de Perdrix du Valais. Das Waadtland ist das zweite grosse Weingebiet der Westschweiz. Einmalig ist die Reblandschaft am Genfersee, einmalig sind aber auch die Chasselasweine, die dort gekeltert werden. Bekannt sind etwa: Yvorne, Féchy, Dézaley, die für viele Weinfreunde Synonyme für Schweizer Weine überhaupt sind.

Als drittgrösster Weinbaukanton ist Genf vor allem für fruchtige Weine bekannt. In den drei Anbauregionen dominieren die Sorten Gamay und Chasselas, dessen Weine als Perlan verkauft werden.

Der Chasselas ist auch die Hauptsorte im Gebiet der Juraseen. Die Weine der Ostschweiz werden lokal auch als "Klevner" bezeichnet. Es gibt aber auch weisse Sorten. Am meisten verbreitet ist der Riesling x Sylvaner, der als frühreife Sorte im dortigen Klima gedeiht.Vereinzelt trifft man in günstigen Lagen Grauburgunder, Gewürztraminer und Räuschling, eine alte Zürcher Rebsorte. Die meisten Weinberge zählt man im Kanton Zürich, in Schaffhausen und im Aargau. Der Rest ist über mehrere Kantone verteilt.

Die Südschweiz umfasst das Tessin und das bündnerische Misox. Im Tessin unterscheidet man die zwei Regionen Sopraceneri und Sottoceneri. Das erste weist eher steile, das zweite eher flache Reblagen auf. Beidenorts werden praktisch ausschliesslich rot Sorten angebaut, zur Hauptsache Merlot. Rund ein Fünftel sind amerikanische Traubensorten, die aber primär zur Herstellung von Traubensaft dienen.