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Weinsuche:

                   

 

Portugal

das Wein-Dornröschen Europas

Portugals Ruhm als Weinland begründete vor Jahrhunderten der Wein von Porto, der legendäre Portowein, der schon seit 1756 am Duoro auf das älteste gesetzlich geschützte Weinbaugebiet der Welt bauen kann. Der "gewöhnliche" Wein indessen war, wie das Brot, einfach Teil der täglichen Nahrung und kaum der Rede wert. Mit über 120 Litern Wein pro Kopf und Jahr waren die Portugiesen noch vor zwanzig Jahren die grössten Weintrinker der Welt überhaupt.

Portugal

Nun ist in den letzten zwei Jahzehnten unglaublich viel in Bewegung gekommen und hat die alten Strukturen über den Haufen geworfen. Mit den sich ändernden, weniger ländlichen Lebensgewohnheiten ist der einheimische Weinabsatz tief eingebrochen. Ein Portugiese trinkt heute nur noch halb soviel Wein wie eine Generation zuvor. Gezwungenermassen lautet die Devise der jungsten Zeit: Export! Die ersten Erfolge waren recht spektakulär.

 

Für einen Portugiesen muss ein hervorragender Wein nicht gezwungenermassen das Produkt einer bestimmten Region sein wie bei uns. Die Weinhäuser haben keine Hemmungen, Weine verschiedenste Provenienzen miteinander zu verschneiden, wenn sie überzeugt sind, dass diese zusammen einen besseren Wein ergeben als die einzelnen Gewächse alleine.

 

Zu Portugals eingener Weinkultur gehören auch viele eigenständige Rebsorten. Die Liste ist für ausländische Weinfreunde ein Buch mit sieben Siegeln - eine verwirrende Vielfalt meist einheimischer und vielfach unbekannter Sorten. Die europäischen Modesorten von Chardonnay bis Sauvignon Blanc und von Cabernet-Sauvignon bis Merlot werden eher diskutiert als angepflanzt. Die Portugiesen halten mehrheitlich an ihren eigenen Reben fest. Zum Glück, möchte man betonen, denn viele sind in ihrer Eigenständigkeit einmalig und bringen interessante Facetten in Europas Weinlandschaft.

 

Portwein: Portugals Paradepferd

Der Portwein ist das Gegenstück zum englisch geprägten Sherry Spaniens. Seine Erfindung geht auf eine politische Verwicklung zwischen England und Frankreich zurück. 1667 verbot England vorübergehend die Einfuhr der beliebten Bordeaux-Weine aus dem Feindesland, um dem "Sonnenkönig" Ludwig XIV. seine protektionistische Politik heimzuzahlen. Portugal erkannte die Chance und belieferte England über den Handelshafen Porto mit Weinen aus der Douro-Region. Die neuen Handelsbeziehungen gediehen; englische Weinhändler errichteten Stützpunkte vor Ort und schickten Leute nach Portugal, welche die Douro-Weine mit allerlei Zusätzen von Branntwein und Gewürzen auf den Geschmack der englischen Kundschaft zurechtzutrimmen versuchten.

 

Die Vielzahl der Portweintypen ergibt sich einerseits aus der Art und Qualität des Traubengutes, andererseits aus der unterschiedlich langen Reife in den Pipas. Die begehrtesten Trauben unter den für Portwein besonders empfohlenen roten Sorten heissen Touriga.