Französisch war Weltsprache - und ist es in manchen Belangen wie etwa in der Diplomatie bis heute geblieben. Französischer Lebensart, Ess- und Trinkkultur wurde und wird bis in unsere Tage nachgeeifert. Französische Sprach- und Weinkenntnisse gehörten zur Allgemeinbildung der oberen Stände überall in Europa, bei russischen Grossfürsten ebenso wie bei ostelbischen Junkern oder den "Gnädigen Herren" in der bäuerlich-bürgerlichen Eidgenossenschaft. Daran hat nicht einmal die Französische Revolution viel geändert.
Beaujolais
Im Süden der Region Grossburgund, im Beaujolais, darf man beim Weingenuss den Schlips lockern und den Kittel ausziehen. Da betritt man ein Land der Sinneslust, der herzhaften Ess- und Trinkfreuden, die in vollen Zügen ausgelebt werden.So ganz über einen Leist lässt sich natürlich auch der unkomplizierte Beaujolais - "der französischste unter den französischen Weinen", wie man im Gebiet selbst mit Stolz betont - nicht schlagen, auch wenn sich die Region in mehr als einer Hinsicht sehr einfach und homogen präsentiert.
Auf dem mehrheitlich granithaltigen Böden werden praktisch nur zwei Rebsorten angebaut: Ein wenig Chardonnay ergibt den recht seltenen Weisswein, der als Beaujolais Blanc AC abgesetzt wird. Zum weitaus überwiegenden Teil steht das Beaujolais indessen unter Gamay-Rebenund erzeugt - neben wenig Rosé - den für diese Sorte charakteristischen Rotwein: Satt rubinrot, häufig stark ins Violette spielend, ungemein fruchtig, frisch, mundig und saftig, in der Regel jung zu trinken, ein idealer Begleiter der schmackhaften einfachen Fleischgerichte und der vielen deftigen Wurstwaren der Region.
Die Rebfläche des Beaujolais beträgt insgesamt 21'000 Hektaren, ist also fast anderthalb mal so gross wie jene der Schweiz. Sie erstreckt sich über das Hügelgebiet im Westen des Saône-Tals stösst im Norden ans Mâconnais und im Süden ans Lyonnais.
Bordeaux
Bordeaux gibt sich nobel. Das grosse Weinreich an der Gironde ist voll von Grafen und Baronen, voll von strengen alten Hierarchien, an denen niemand zu rütteln wagt, und voller Schlösser, die diesen Ausdruck für sich beanspruchen, ob es sich um Paläste oder Hütten handelt.
Das Bordelais, das Weingebiet rund um die Stadt Bordeaux, gehört zur Region Aquitanien, einem verwaltungstechnischen Gebilde, das fünf ganz verschiedene Départements von der Grösse der Schweiz zusammengefasst hat. Aquitanien erinnert an aqua, Wasser; Bordeaux an bord de l'eau, Ufer des Wassers, Ein wichtiges Weinanbaugebiet heisst Entre-deux-Mers, zwischen zwei Meeren. Gemeint sind die Flüsse Garonne und Dordogne, die das Gebiet begrenzen, zusammenfliessen und als Gironde in den Atlantik münden.
Von entscheidender Bedeutung ist der Boden. Die besten Gewächse gedeihen im Bordelais auf den leichten, mageren Böden mit Kies- und Sandschichten. Diese nährstoffarmen und wasserdurchlässigen Kiesbänder zwingen die Rebe, auf der Nahrungssuche ihre Wurzeln tief in den Boden zu treiben. Das macht sie widerstandfähig und weniger anfällig auf Witterungsschwankungen. Der steinige Boden reflektiert die Wärme und wirkt temperaturausgleichend.
Die Traubensorten des Bordeaux sind vielfältig: Der Cabernet-Sauvignon hat kleine, dunkle Beeren, gibt dem Wein den kernigen gerbstoffreichen Charakter und schenkt ihm Rasse und Langlebigkeit.
Der Cabernet Franc hat grössere und saftreichere Beeren. Früher war er Hauptbestandteil roter Bordeaux, heute wird er vor allem in Pomerol und St-Emilion angepflanzt. Seine Weine sind weicher, haben weniger Gerbstoff, Farbe und Tiefe. Der Merlot bildet mit seiner Geschmeidigkeit und Fülle die ideale Abrundung. Er sit früh reif und oft sehr alkoholreich.
Petit Verdot, die spätreifende Sorte, wird manchmal beigemischt. Sie gibt dem Wein ein stärkendes Rückgrat. Seltener ist die Beigabe von Malbec.
Entre deux mers
"Zwischen zwei Austern ein Entre-deux-Mers"! Dieser Slogan hat den Wein aus dem Gebiet zwischen Garonne und Dordogne in aller Welt bekanntgemacht. Das Entre-deux-Mers-Dreieck ist zu etwa gleichen Teilen mit Wald, Wiesen und Rebgärten bedeckt. Eine verschlafene Gegend ohne richtiges Zentrum, ohne grössere Städte, ohne Durchfahrtsstrasse, dafür mit einem Labyrinth von Landstrassen und geteerten Feldwegen, die sich durch das hügelige und grüne Land winden. Grosse Weinnamen fehlen ebenso wie hohe Preise. Hier legt das Bordelais seine aristokratische Attitüde ab und wird zugänglich für jedermann, der gute, reelle und sympathische Weissweine mag.
Graves
Am Rande der Stadt legten die wohlhabenden Bürger ihre ersten Rebberge an. Die Graves tragen ihren Namen nicht zufällig. Man nimmt an, dass er vom Wort "gravier", Kies abgeleitet wurde, denn der Untergrund ist hier kieshaltiges Schwemmgut der Garonne.
Das Gebiet beginnt in den Vororten von Bordeaux und erstreckt sich am linken Garonne-Ufer über 60 Kilometer. In flachen Tälern fliessen kleine Flüsse der Garonne zu. Im Norden bildet die Jalle-de-Blanquefort die Grenze zum Médoc, im Süden der Ciron zum Gebiet von Sauternes und Barsac.
Aus dem Bekannteren Norden kommen vor allem Rotweine, die zu den besten des Bordelais gehören. Aber auch die trockenen Weissen aus Sauvignon- und Sémillon-Trauben, meist in Barriques ausgebaut, zählen zu den interessantesten, vielschichtigsten und langlebigsten Weissweinen überhaupt. Weiter südlich nehmen die weissen Gewächse überhand. Je näher dem Sauternais, um so schwerer, üppiger, aber auch weicher werden sie und gleichen sich im Südzipfel mit ihrer milden Süsse bereits den Sauternes an.
Médoc
Das Médoc ist eine einsame Lanzunge, 50 Kilometer breit und 100 Kilometer lang. Kein Unwissender würde vermuten, dass in dieser wellenförmigen Landschaft mit verstreuten Dörfern und einsamen Château einige der grössten Weine dieser Welt reifen.
Das Médoc umfasst heute 1600 Weingüter mit 10'000 Hektaren Rebgärten, was dem gesamten Weinbaugebiet des Burgunds entspricht. Hier wächst vor allem Cabernet-Sauvignon, und es wird fast ausschliesslich Rotwein erzeugt. Die Mehrzahl der berühmten Châteaux befindet sich im südlichen Teil, dem Haut-Médoc. Es schliesst sechs Gemeinden mit eingener Appellation contrôlée ein: Saint-Estèphe (1300 ha), Pauillac (950 ha), Saint-Julien (750 ha), Listrac (520 ha), Moulis (350 ha) und Margaux (1050 ha). Diese sechs Gemeinden machen rund die Hälfte des ganzen Médoc-Anbaugebietes aus. Das nördlichere Bas-Médoc kann nicht mit Crus Classés auftrumpfen, hingegen mit zahlreichen guten Crus-Bourgeois und immer mehr ehrgeizigen Weingütern und Kleinstwinzern.
Bei all diesen klassifizierenden Unterteilungen sei nicht vergessen, dass auch der bescheidenste Médoc aus einem der besten Rotweingebiete der Welt und aus den hervorragendsten Rebsorten überhaupt stammt. Jeder Médoc hat die Veranlagung zu einem überdurchschnittlichen Wein.
Pomérol
"Auch wenn einige Autoren seine Geburt ins Mittelalter oder gar in die gallorömische Epoche vorverlegen wollen, muss ich gestehen: Pomerol ist ein junges Werk im Repertoire der grossen Weine dieser Welt", erklärt Bernard Ginestet, der bekannte Autor aus Bordeaux, in seinem dieser Appellation gewidmeten Werk. Tatsächlich hat Pomerol erst Ende des 19. Jahrhunderts so richtig zum Weinbau gefunden.
Woran liegt es, dass die Weine aus Pomerol seit einigen Jahren zu den gesuchtesten Gewächsen der Welt gehören? Einerseits sicher am perfekten Zusammenspiel von Klima, Boden und Traubensorte. Andernseits aber im Qualitätsbewusstsein der Winzer, dem Willen, ihre Weine an die Spitze zu bringen. Und vielleicht auch am veränderten Konsumverhalten. Viele Weinfreunde scheinen heute allgemein weniger Finesse, Eleganz und Zurückhaltung im Wein zu suchen als vielmehr Körper, Geschmeidigkeit und ausdrucksstarke Kraft. Dieser Tendenz kommt Pomerol eindeutig entgegen!
Saint Emilion
Saint-Emilion, ein Kapitel Weinbaugeschichte
Die Römer haben die Rebe auf ihrem Eroberungsfeldzug 56 n.Ch. nach Gallien gebracht. Offensichtlich wurden sie sich schnell bewusst, wie vorteilhaft das Klima Aquitaniens für den Weinbau ist, denn dreihundert Jahre später singt der gallo-römische Poet Ausone: "Gegrüsst seist Du, oh Vaterland, durch den Weingott berühmt".
Historisch verbürgt ist, dass die Anhöhen rings um Saint-Emilion schon im vierten Jahrhundert nach Christus ganz von Reben überwachsen waren. Seinen heutigen Ruf erhielt Saint-Emilion indessen erst Mitte des 19. Jahrhunderts, kurz vor der Reblauskatastrophe, aber nach der berühmten Klassifizierung von 1855, die seine Weine folglich unberücksichtigt liess.
Burgund
Burgund - das ist die reizvolle, von den Flüssen Saône, Yvonne und Loire durchflossenen Landschaft zwischen Auxerre und Mâcon , mit ihrem Reichtum an Naturprodukten so unterschiedlicher Art wie Charolais-Rinder, Bresse-Geflügel, schwarzen Johannisbeeren und viel anderem.
Burgund - das ist vor allem aber das Land des Weins, mit Chablis im Norden, dem Beaujolais im Süden und dazwischen, als Herzstück sozusagen, die sanften, rebenbewachsenen Hügelzüge der Côte d'Or, zu deren Füssen die kleinen Orte liegen, die alle die Namen grosser Weine tragen.
Vier Faktoren machen den Burgunder zum Burgunder
1. Die Rebsorten
In keinem andern Weinbaugebiet werden so viele Weine aus so wenigenTraubensorten gemacht. Zu 80 bis 90 Prozent sind es der rote Pinot Noir und der weisse Chardonnay. Ein wenig roter Gamay und weisser Aligoté teilen sich den Rest.
2. Der Boden
An der Côte d'Or herrschen Kieselerde, Ton, Kalk und Mergel vor. Durch die ständig wechselnde Zusammensetzung dieser Komponenten ergeben sich die charakteristischen Geschmacksunterschiede von Lage zu Lage.
3. Das Klima
Wenn die Rebe auch Sonne und Wärme liebt, zeigt sich ihre besten Resultate dort, wo sie unter harten klimatischen Bedingungen leben muss. Im Burgund, das zu den nördlichen Weinbaugebieten gehört, werden die Reben bezüglich Klima wahrlich nicht verwöhnt. Da das Durchschnittsklima aber nur eine statistische Grösse ist, müssen wir uns damit abfinden, dass es neben besseren auch weniger gute Jahrgänge gibt.
4.Der Winzer als "Primus inter pares"
Die Sorgfalt bei der Weinbereitung, entscheidet letztendlich, ob aus Weinlese ein grosses oder ein mittelmässiges Produkt wird. Darum ist es im Burgund so wichtig, den Erzeuger und nicht nur die Lage zu kennen.
Die Côte d'Or Côte bedeutet Hügel, Anhöhe. Die Côte d'Or erstreckt sich von Dijon über rund 60 Kilometer in südwestlicher Richtung bis Chagny. Sie macht ihrem Namen bei den Bodenpreisen, aber auch optisch, besonders in der herbstlichen Abendsonne, alle Ehre. Sie gliedert sich in drei Anbaugebiete:
- Côte de Nuits, von Marsannay bis Prémeaux, ca. 1500 Hektaren Rebfläche
- Côte de Beaune, von Ladoix bis Santenay, ca. 300 Hektaren Rebfläche
- Hautes-Côtes, ca. 1200 Hektaren Rebfläche
Die Weine der Côte d'Or zählen zu den grössten der Welt. Mengenmässig sind sie, mit einem Anteil von knapp einem halben Prozent an der französischen Produktion, Winzlinge.
Chablis
Chablis - goldene Pforte des Burgund
Die Weissweinregion Chablis liegt auf halbem Wege zwischen Paris und Dijon im Département Yonne. Rund 4000 Hektaren sind mit Reben bestockt. Die Weingärten ziehen sich den Hängen der sanften Hügel entlang und profitieren von der Nähe des Flüsschens Serein.
Chablis und seine Weine blicken auf eine lange Tradition zurück. Im 19. Jahrhundert wurde auf einer Fläche von 800 Hektaren ein so berühmter Tropfen erzeugt, dass der gute Dr. Guyot in einem Empfehlungsbrief an Napoleon III. schreiben konnte: "Die Weine von Chablis gehören zu den besten Weissweinen Frankreichs. Sie haben Körper, Finesse und ein bezauberndes Bouquet. Ihre zarte Farbe und ihre Klarheit sind bemerkenswert." Tatsächlich eroberte der Chablis im 19. Jahrhundert die Welt.
Die besten Weine sind heute als "Grands Crus" eingestuft. Sie werden auf knapp 100 Hektaren auf der rechten Seite des Flüsschens Serein geerntet, jährlich etwa 700´000 Flaschen. Der Ertrag darf 45 Hektoliter pro Hektare nicht übersteigen. Die Grand-cru-Lagen heissen Blanchots, Bougros, Les Clos, Grenouilles, Valmur, Les Preuses und Vaudésir. Die reichhaltigen, kernigen Weine können bis zu 20 Jahren in der Flasche reifen und begleiten hervorragend Fisch und Meeresfrüchte oder Geflügel.
Die "Permiers Crus" wachsen auf 700 Hektaren und verteilen sich auf 40 Lagen. Jährlich werden 5 Millionen Flaschen erzeugt. Ein Chablis Premier Cru präsentiert sich nicht ganz so kräftig und erreicht nach 3 bis 5 Jahren seine Trinkreife. Die Petits Chablis wachsen auf 300 Hektaren am Rande der Appellation. Die knapp 2 Millionen Flaschen werden normalerweise jung getrunken und halten längstens 2 bis 3 Jahre.
Seit der Reblauskatastrophe sind die Chablis-Weinberge ausschliesslich mit Chardonnay bestockt. Oft schädigen Spätfröste im April und Mai die zarten Triebe dieser Sorte, die relativ früh austreibt.
Man achtet darauf, ausschliesslich gesundes Lesegut zu verarbeiten. Die Trauben werden sofort gepresst. Der Most vergärt in Edelstahltanks oder in grossen Holzfässern. Wenige Tage nach dem Einsetzen der alkoholischen Gärung feiern die Winzer zusammen mit ihren Familien und Freunden den neuen Jahrgang mit einem Schluck des gärenden jungen "vin bourru".
Champagne
Die Weinberge der Champagne sind in vier Zonen unterteilt: Montagne de Reims, Vallée de la Marne, Côte des Blancs und Aube.
Pinot noir und Chardonnay, die beiden wichtigsten Rebsorten der Champagne, aber auch der Meunier fühlen im rauhen Klima besonders wohl. Champagner wird nur selten reinsortig ausgebaut, ist also fast immer ein Verschnitt dieser drei Sorten. Die Champagne verfügt über eines der strengsten Weingesetzte der Welt. Vom Anbau über die Ernte bis hin zu Kelterung, Ausbau und "Champagnisierung" ist jede Etappe der Herstellung streng geregelt.
Warum Wein manchmal schäumt - das fragten sich schon die alten Römer. Die Antwort gab erst im Jahre 1811 ein deutscher Apotheker namens Funcke. Er zeigte auf, was passiert, wenn man fertigem Wein bei der Abfüllung etwas Zucker zufügt: Dieser wird von den im Wein vorhandenen Hefen in Alkohol umgewandelt. Dabei wird Kohlensäure frei, die nicht entweichen kann und den Wein beim Öffnen der Flasche schäumen lässt. Auf diesem Prinzip beruht auch die heutige Herstellung der Champagner.
Elsass
Das Elsass gilt als das "deutscheste der französischen Weingebiete" und weist in vielen Belangen mehr Ähnlichkeit mit dem benachbarten Baden als mit dem Rest Frankreichs auf, namentlich bei den Rebsorten und den Weinbezeichnungen. Der Rhein ist eher eine Verbindung als eine Trennung - für den Weinbau verläuft die Grenze zu Frankreich auch weiterhin über den Kamm des Vogesengebirges.
Das Band der Elsässer Weinberge schmiegt sich an den Fuss der Vogesen und vor allem ihrer östlichen Ausläufer und liegt zwischen 200 und 400 Metern über Meer. Es beginnt im Süden bei Thann bei Müllhausen und erstreckt sich über rund hundert Kilometer bis Nordheim auf der Höhe von Strassburg.
Angebaut werden hier folgende Rebsorten: Pinot noir, Pinot blanc, Pinot gris, Riesling, Auxerrois, Chardonnay, Gewürztraminer, Muscat, Sylvaner und Chasselas.
Jura
Die Jura-Weinpalette ist nicht drei-, sondern fünffarbig: Neben Weiss-, Rosé- und Rotwein kommen auch noch gelber und grauer Wein vor, der sherryartige "vin jaune" und der "vin gris" als blasse Spielart des Rosés. Zwei der sechs angebauten Rebsorten sind nur im Jura zu finden, die roten Poulsard und Trousseau. Zu diesem Duo stellen sich die weissen Savagnin und Chardonnay sowie die roten Gamay und Pinot noir.
Korsika
Beim Aufzählen französischer Qualitätsweinregionen wird sie oft vergessen, die "Ile de la Beauté", die "Insel der Schönheit", Korsika. Sie produziert immerhin auf rund 10'000 Hektaren jährlich fast eine halbe Million Hektoliter Rot-, Rosé- und Weisswein aus kontrollierter Herkunft sowie süsse Dessertweine.
Die Weine der korsischen Winzer werden zwar heute noch nicht wieder mit denen aus Bordeaux oder aus dem Burgund verglichen wie im 18. Jahrhundert. Doch schätzen nicht nur die vielen Touristen, die alljährlich ihre Ferien auf der Insel der Schönheit verbringen, sondern zunehmend auch Weinfreunde und Weinfachleute die Ehrlichkeit, die Grosszügigkeit und die Originalität korsischer Gewächse.
Zu den einheimischen Traubensorten wie Sciacarello, Niellucio, Vermentino, Barbarossa, Carcajolo und Codivarta gesellen sich einerseits die in den 60er Jahren eingeführten produktiven Languedoc-Roussillon-Sorten wie Carignan und Cinsault, andererseits die Qualitätssorten Syrah, Mourvèdre, Grenache und Muscat, die ebenfalls aus Südfrankreich stammen. Laut Reglement nicht zugelassen, aber ebenfalls angebaut werden Chardonnay, Cabernet-Sauvignon und Viognier. Die bedeutendste der traditionellen Trauben ist der rote Niellucio. Die korsischen Weissweine verdanken ihre Typitität dem Vermentino. Nur auf Korsika kommt der Sciacarello vor. Er ergibt rassige, nervige, eigenwillig-würzige und dennoch vollmundige Weine.